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Irrtrmer und Flschungen der ArchologieJeder von uns irrt täglich, schätzt komplexe Sachverhalte falsch ein und fällt auf Täuschungen herein. Davon bleiben selbst angesehene Wissenschaftler nicht verschont, auch wenn sie ihre Forschungen mit höchster Sorgfalt betreiben. Gerade Archäologen und Historiker können aufgrund der lückenhaften Überlieferung bestenfalls eine Annäherung an geschichtliche Wahrheiten erzielen.
Durchstreifte das legendäre Einhorn einst den Harz? Entdeckte Heinrich Schliemann in Troja wirklich den Schatz des Königs Priamos? Fand sich in Xanten die kostbare Bügelkrone eines fränkischen Herrschers?

Handelt es sich bei der Tiara des Saitaphernes um ein Meisterwerk antiker Goldschmiedekunst? Berichten die Hieroglyphen der Necho-Skarabäen von der ersten Umsegelung Afrikas? Grub der Maurer Michael Kaufmann in einem römischen Töpferzentrum tatsächlich dutzende Antiken aus?
Während wir heute wissen, dass diese Fragen mit »Nein« zu beantworten sind, schienen viele Trugbilder zu ihrer Entstehungszeit durchaus überzeugend. Der Katalog zur Ausstellung in Herne und im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim revidiert populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen und ihren Artefakten, rollt spektakuläre Betrugsfälle neu auf und stellt archäologische Arbeitsmethoden vor.
Eine humoristische Einführung zeigt, welche Spuren wir wohl hinterlassen und wie Archäologen der Zukunft über unsere Zeit urteilen könnten. Den Ausgangspunkt bildet die Grafik-Novelle »Motel der Mysterien« von David Macaulay, die in der Ausstellung erstmals museal umgesetzt wird. Sie schildert, wie der Archäologe Howard Carson im 5. Jahrtausend nach (!) Christus eine vermeintliche Kult- und Grabstätte der Yanks entdeckt und seine Funde allesamt fehldeutet


Herausgegeben von Josef Mühlenbrock und Tobias Esch im Auftrag des LWL-Museum für Archäologie Herne

Das Buch ist erschienen im Nünnerich-Asmus Verlag