Bücher der Verlage

Pater Franklin RodriguesEine Vision. Eine Mission. Ein Leben. - 50 Jahre Priesterjubiläum, das ist Grund genug, auf ein tatenreiches Leben zurückzublicken.
Aus gelebter christlicher Überzeugung und tätiger Liebe zu den Menschen gelingt es dem indischen Pater Franklin Rodrigues über Jahrzehnte hinweg, immer mehr Menschen mithilfe schulischer Bildung, Gemeinschaft und dem Sinn für menschliche Werte, einen Weg aus der Sackgasse der gesellschaftlich forcierten Unmündigkeit in ein selbstbestimmtes Leben zu öffnen. Zusammen mit der tatkräftigen Unterstützung

zahlreicher HelferInnen in Deutschland geben seine Ideen, seine Initiativen und sein entschiedener Einsatz tagtäglich vielen Menschen Grund zu neuer Hoffnung – ob in Bhopal, Kolkata oder Nagar Haveli.
Autorin Simone Fischer, die 2015 für ihre Recherchen sechs Wochen an der Seite Franklins verbrachte, erzählt die Geschichte des „Popstars” unter den Missionaren: Er ist barmherzig, engagiert und unglaublich beliebt – auch in Deutschland. Nicht umsonst: Denn Pater Franklins Engagement ist es zu verdanken, dass bis heute 30.000 Kindern mit Bildungs-, Entwicklungs- und Gesundheitsprojekten in verschiedenen indischen Provinzen geholfen wurde. Die Biografie überrascht dabei immer wieder mit abenteuerlichen Episoden, Intrigen und Machtkämpfen, denen Pater Franklin mit einem unbeirrbaren Sinn für Gerechtigkeit und dem Glauben an das Gute im Menschen begegnet. Sein Motto für die kommenden Jahre: „Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Möglichkeiten angekommen.”

Verlegerin Eva Röthel: „Pater Franklin ist ein Kämpfer für das Gute und für die Gerechtigkeit. Er kennt keine Furcht und keine Hindernisse – in dieser Eigenschaft erinnert er mich an unseren Verlagsgründer Siegfried Pater. Somit ist „Eine Vision. Eine Mission. Ein Leben” eine Geschichte, die ganz im Sinne des Verlages ist.”

Simone Fischer, geboren in Düsseldorf, studierte nach ihrem Abitur in Osnabrück Germanistik und Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie ist Journalistin und hat unter anderen für die Rheinische Post, die Neue Osnabrücker Zeitung, Die Zeit und für die Baltische Rundschau in Vilnius gearbeitet. Nach Stationen beim NDR und bei Focus TV war sie als Redakteurin in Düsseldorf und London
tätig. Seit 2004 ist sie Pressesprecherin und Leiterin Kommunikation und Marketing an der Hochschule Düsseldorf. Darüber hinaus ist sie Lehrbeauftragte für Journalismus und PR an der Europäischen Medien- und Business-Akademie. 2009 erhielt sie ein Stipendium der transatlantischen Fulbright-Kommission an der New York State University.
Zu ihren Veröffentlichungen gehören das Fachbuch "Erfolgreiches wissenschaftliches Schreiben" (2014) und der Reportageband "Tage in Indien" (2016). Für ihre Recherchen verbrachte sie im Herbst 2015 sechs Wochen in Indien an der Seite von Pater Franklin Rodrigues.


Leseprobe
„Jenes sich zunehmend verdichtende Gefühl einer Idealvorstellung von Frieden und Zuversicht, Glaube und Überwindung von Armut, Unterdrückung und Benachteiligung packt und umschließt ihn in diesem Moment wie eine rasende Tsunamiwelle und lässt ihn nicht wieder los.
Eine Vision. Es ist eine ebenso intuitive wie spirituelle Vision, die in dem heranwachsenden Jungen einen Prozess der aktiven, sinnvollen und bewussten Lebensgestaltung auslöst. Leise schleicht er sich, um seine Geschwister im Raum nicht zu wecken, auf Zehenspitzen in die Küche, um ein Glas Wasser zu trinken – in Gedanken bei seinem Traum, der ihm plötzlich klar und unmissverständlich in seiner Aussage bewusst wird: „Das ist es!“, sprudelt es gedanklich mit einer solchen Wucht aus ihm heraus, dass er sich fast verschluckt. „Ich muss und ich will und ich werde Priester werden und mich für die Menschen einsetzen, die ohne Kraft von außen keine Chance auf gerechte Lebensbedingungen haben. Ihnen will ich eine Stimme geben, damit sie sich ihr Recht auf Gehör verschaffen und ein freies Leben führen können. Der Herr hat mich gerufen!“, ist sich Franklin ganz sicher. Dabei leuchtet sein Gesicht vor Freude in der Dunkelheit heller als ein Dutzend Glühwürmchen im Mondschein einer warmen Sommernacht. Auf seltsame Art ruhig und doch innerlich entflammt schleicht er sich zurück zu seinen Geschwistern. Ihre Atemzüge sind gewohnt gleichmäßig. Geräuschlos schlüpft er zurück auf seinen Platz am Boden und unter sein Leinentuch und schaut stundenlang aus dem Fenster, an dessen Rahmen das Holz sich bereits in kleine, splitternde Einzelteile auflöst, und in den Himmel. Der zeigt sich sternenklar, ganz so, als ob die Sterne Franklin zulächelten. „Ein gutes Zeichen“, meint er zu spüren und sinkt in den frühen Morgenstunden in einen kurzen, tiefen Schlaf.”

Das Buch ist erschienen im Retap Verlag